unsere geschichte


Das Archiv des Regensburger St. Katharinenspitals blickt auf eine lange Tradition zurück und wird als solches erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Die Spitalstiftung, deren Rechts und Verwaltungsdokumente in diesem Archiv verwahrt werden, entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts aus der Fusion des Domspitals mit dem Spital an der Steinernen Brücke. Der damalige Bischof und Stadtherr von Regensburg, Konrad IV., beteiligte die Bürger an den Pflegschaftsrechten über das Spital und kennzeichnete es als „hospitale civium“. Damit fand der Begriff „Bürgerspital“ erstmals Eingang in den deutschsprachigen Raum.

Mit einer Aufnahmekapazität von bis zu 400 Personen wurde es zu einer der größten Hospitalanlagen in Mitteleuropa.


Der Archivbestand des Katharinenspitals zeichnet sich durch sein ungebrochene Kontinuität und hohe Überlieferungsdichte aus. Mit 5000 Urkunden, 4500 Bänden und Tausenden von Akten und Plänen reichen dessen Dokumente bis in das 12. Jahrhundert zurück und bilden einen wesentlichen Bestandteil des schriftlichen Kulturerbes von Regensburg.

Insbesondere die im 14. Jahrhundert einsetzenden Rechnungsserien erlauben detaillierte Einblicke in die Wirtschafts- und Sozialentwicklung früherer Zeiten. Mit der Registratur von Johann Maria Warschütz (†1533) verwahrt das Spitalarchiv zudem einen der ältesten Diplomatennachlässe.


Das Archiv war in feuersicheren Gewölben hinter schweren Eisentüren untergebracht und überstand so die Brandkatastrophe des Jahres 1809. In Kriegs- und Krisenzeiten war es ausgelagert, zuletzt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in dem nördlich von Regensburg gelegenen Forsthaus Ziegelhütte. Als der oberste bayerische Archivar, Franz Joseph von Samet, das Spitalarchiv am 2. Oktober 1812 besuchte, stellte er begeistert fest: Wider alle Vermuthung entdekte sich darinn ein wahrer Schaz von Dokumenten, die bisher selbst dem Regensburgischen Kronikenschreiber aus dem Grunde ganz unbekannt geblieben sind, weil die vormals aufgestellte Administration aus zweyerley Religions-Verwandten bestanden hat, die wahrscheinlich aus religiöser Eifersucht jedem die nähere Einsicht derselben zu hindern gesucht haben.


Mit der Gründung der Universität Regensburg wuchs das wissenschaftliche Interesse an dem für Stadt und Region bedeutenden Archivbestand. Darauf reagierte der Spitalrat und baute das Archiv 1971 aus. 2014 bezog es das neue Gebäude am Brückenfuß 4.


Neben seiner Funktion als „Gedächtnis der Spitalstiftung“ dient das Spitalarchiv vor allem der wissenschaftlichen Forschung sowie der Heimat- und Familienforschung. Zugleich ist es ein kompetenter Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Geschichte und Kultur des Katharinenspitals und der Stadt Regensburg interessieren.